Kreisrunder Haarausfall

Jeder Mensch verliert am Tag ca. 100 Haare. Das ist völlig normal.
Wenn jedoch an einer oder mehreren Stellen die Haare nicht mehr nachwachsen und sich runde, kahle Stellen bilden, dann spricht man vom kreisrunden Haarausfall. Das ist für viele eine erschreckende Feststellung.
Sie fragen sich dann sicherlich, woher das kommt.
Das Haar bestimmt doch ganz entscheidend unser äußeres Erscheinungsbild. So kann die Störung des Haarwachstums das Selbstwertgefühl manchmal schwer beeinträchtigen. Der Betroffene möchte seine kahlen Stellen nicht zur Schau stellen und versucht, sie so gut wie möglich zu verdecken. Er hofft jeden Tag, dass das Haar schnell wieder nachwächst. In der Regel passiert das auch. Nach ca. 6 Monaten zeigen sich ohne Behandlung die ersten Härchen und dann geht es recht schnell, bis das „Loch“ wieder zugewachsen ist.
Kreisrunder Haarausfall betrifft meist nur das Kopfhaar, aber auch im Bart oder an der Körperbehaaarung kann es diesen geben.
Leider hat man die Ursachen schlussendlich noch nicht restlos herausgefunden.
Vermutet wird eine Autoimmunkrankheit des Körpers. Das körpereigene Abwehrsystem zerstört dann den Haarfollikel, weil es vom Immunsystem als „fremd“ erkannt wird. Es stößt das eigene Haar ab.
Es können auch gewisse Arzneimittel wie Hormone, Cholesterinsenker, Schilddrüsenpräparate und Krebsmedikamente einen Haarausfall verursachen. Hier tritt aber keine Verkahlung ein. Das Haar wirkt dünner, da insgesamt sehr viele Haare ausfallen.
Kreisrunder Haarausfall zeigt sich in den allermeisten Fällen zuerst am Hinterkopf. Sie ist sehr scharf abgegrenzt und die Kopfhaut sieht aus wie „glatt poliert“. Sie schuppt und juckt nicht.
Die Alopecia areata – so der medizinische Fachausdruck – kann bei Mann und Frau und sogar schon bei Kindern auftreten.
Der Verlust sämtlicher Haare – also der Augenbrauen, Wimpern und Barthaare, kann das Selbstwertgefühl weiter einschränken.
Wenn Sie bei sich Anzeichen von Haarausfall entdecken, der über das normale Maß hinausgeht, dann suchen Sie einen Dermatologen (Hautarzt) auf, der sich mit dieser Problematik sehr gut auskennt.
Er wird mit Ihnen ein Erstgespräch führen und die Diagnose stellen. Danach entscheidet er gemeinsam mit dem Patienten die Therapie. Die zurzeit erfolgversprechendste Behandlung ist die topische Immuntherapie.
Eine bestimmte Chemikalie löst hierbei eine Allergie aus, die das Immunsystem ablenkt und somit den Haarausfall stoppt. Diese Behandlung muss vom Arzt gut überwacht werden, aber die Erfolgsquote liegt für den Patienten mit großem Haarausfall bei 30 bis 50 Prozent.
Wissenschaftler forschen ständig auf diesem Gebiet weiter. Speziell an wirkenden Substanzen – so genannten Immunsuppressiva – die Allergien und Autoimmunerkrankungen gezielt unterdrücken.
Also zögern Sie nicht und suchen den Arzt Ihres Vertrauens auf.

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